Donnerstag, 9. Januar 2014

Draw a line



Seltsamerweise freue ich mich für sie.
Ich bin froh, dass sie einen besonderen Menschen kennengelernt hat und glücklich ist und auch, dass sie endlich mit dem, was war, abgeschlossen hat.
Eigentlich habe ich  weder Grund noch Berechtigung, das so zu sehen. Schließlich hatte ich in den letzten Jahren nicht besonders viel mit ihr zu tun und dementsprechend empfinde ich es als richtig, dass sie mich genauso hinter sich gelassen hat, wie andere Personen, die ihr einmal wichtig waren.
Manchmal ist es einfach besser einen Schlussstrich zu ziehen und ein neues Blatt Papier anzufangen, eine neue Geschichte.
Natürlich bedauere ich das auch ein wenig, aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass es sowieso so gekommen wäre, auch wenn ich nicht so introvertiert gewesen und in einer anderen Welt gelebt hätte.
Ich meine, bei unseren gezwungenen Versuchen, die alte Freundschaft von damals wieder herzustellen, sind wir kläglich gescheitert.
Und wir konnten nichts dafür. Es hat einfach nicht mehr gepasst, weil wir uns in zwei völlig verschiedene Richtungen entwickelt haben.
Aber auch für mich ist es wohl an der Zeit, ein neues Buch anzufangen und das alte gut in der Unordnung meines Kopfes aufzubewahren bis es friedlich eingestaubt ist.
Man kann schließlich nicht alles mit sich herumtragen.
Eines Tages werde ich sowieso alle Bücher lesen.

Was mich betrifft: Ich habe an der Uni ,,Freundinnen" gefunden. Die Anführungszeichen sollen nicht degradierend wirken, aber die Bezeichnung ist nicht ganz richtig. Genauso, wie man alle Männer mit dem einen, den man entweder zu erst oder am meisten gelíebt hat, vergleicht, ist diese Art von ,,Freundschaft" nicht einmal annährend das, was ich mir früher darunter vorgestellt habe.
Aber es ist okey und ich glaube, von einer Uni kann man ohnehin nicht mehr erwarten. Da gibt es entweder die Einzelkämpfer und Freaks mit ihren langen verfilzten Haaren, dem alternativen Kleidungsstil und dem fehlenden Schuhwerk oder die Cliquen und Paare, die sich von früher her schon kannten oder eben das Glück haben, besonders leicht Freunde zu finden.
Ohne Gleichgesinnte und ohne Zugehörigkeit zu einer der beiden Gruppen kann man ziemlich einsam sein.
Daher bin ich ganz froh, jemanden zum reden und lästern und weggehen getroffen zu haben. Das macht das Leben gleich viel einfacher ;)

Manchmal wünschte ich, ich hätte so etwas wie eine beste Freundin oder einen besten Freund und dann versuche ich wehrlosen Menschen diese Rolle aufzudrängen.
Es ist ja nicht so, dass ich keinen Freund hätte, aber manchmal ist der Freund nicht dasselbe wie ein Freund und vielleicht ist das auch ganz gut so. Trotzdem fehlt irgendwie was.

 

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