Es ist ungewöhnlich, dass ich zwei Tage hintereinander schreibe, aber ich brauche diesen Ausgleich, um meine Hausarbeit weiterschreiben zu können.
Die kreative Seite wird auf der Uni nicht mehr gefördert. Das Einzige, was zählt, ist die Wissenschaft, Objektivität.
Die Sätze sind kahl und steif; es ist Missbrauch, was man den armen Wörtern antut.
Außer als Schriftstellerin hat man aber kaum die Möglichkeit, dies zu verhindern. Selbst als Journalist gibt man sich dem Skandalösen und Sensationellen hin. Man tut auch nichts anderes, als die Sprache in den Schmutz zu ziehen.
Achja, ich hatte ja mal einen ,,Roman" begonnen. Inhaltlich kann man nun wirklich nicht von einem hohen Niveau reden, aber sprachlich...emotional...ist er gut und würde bei jedem, der keine Lust zu denken hat, über den sinnlosen Inhalt hinwegtäuschen.
Schon traurig, dass sich so etwas wahrscheinlich besser verkaufen ließe, als ein tiefgründiger Roman.
Ich glaube, unser Denken und Empfinden verdirbt mit jedem Tag.
Manchmal sehe ich in mich herein und erkenne den Menschen, der ich einmal war, nicht mehr wieder.
Da ist etwas Verbittertes und sogleich tief Verletztes.
Ich befürchte, dass die Stärke, die ich glaube zu spüren, keine echte ist.
Wirklich stark ist man nur dann, wenn man sich nicht von jedem Windstoß umwehen lässt und wenn man gar nicht erst fällt anstatt sich mühsam wieder hochzurappeln.
Ich glaube, dass ich einmal eine reine Seele hatte. Das hatten wir alle sowieso mal, aber ich denke, dass sie sich bei den Menschen aus pragmatischen Gründen auflöst.
Das, was wir als Kind noch nicht verstehen, ist, dass nur der überlebt, der stark ist und sich durchsetzt. Das sollte nicht so sein, aber da dies keine perfekte Welt ist, muss man sich durchfressen, um nicht selbst das Opfer zu werden.
Eigentlich ist da kein Platz für Mitleid oder Rücksicht oder Bescheidenheit.
Ich frage mich nur, ob es das wert ist.